Video-Tagging

Ortsbasierte APP Anwendungen zur Erweiterung von öffentlichen Räumen - Forschungsprojekt mit Studierenden an verschiedenen internationalen...

Ortsbasierte APP Anwendungen zur Erweiterung von öffentlichen Räumen - Forschungsprojekt mit Studierenden an verschiedenen internationalen Design- und Kunsthochschulen

Anja Vormann / Gunnar Friel

Apps für mobile Geräte kommen hauptsächlich aus dem Bereich der Spiele. Es folgen Anwendungen aus den Kategorien Bildung, Business und Lifestyle. Die Hälfte der 10 beliebtesten Apps werden von Google (Youtube, Google Play, Google Maps …) entwickelt, gefolgt von Facebook (Facebook, Instagram).

Auf mobilen Geräten im Stadtraum genutzt, entführen sie aus dem real erfahrbaren Raum in den virtuellen digitalen Raum. 

Selbst Apps, die sich direkt auf den realen Raum beziehen, wie z.B. Freizeit Apps für Städte, leiten den Anwender über Navigationssysteme auf vorgefertigten Wegen zu den immer gleichen Sehenswürdigkeiten und Restaurants, die meistens nach wirtschaftlichen Kriterien ausgesucht wurden.

Genauso gut könnte eine App aber auch Fragen stellen und Spaziergangsformen z.B. nach mathematischen Systemen vorschlagen. Denn grundsätzlich sind...

Genauso gut könnte eine App aber auch Fragen stellen und Spaziergangsformen z.B. nach mathematischen Systemen vorschlagen. Denn grundsätzlich sind solche Apps offen für vielfältigere Kontexte. Jedes technische Feld verschließt und eröffnet Möglichkeiten der Kommunikation. Diese in Bezug auf mobile Apps zu prüfen und mit ihnen zu experimentieren ist Ziel des Forschungsprojekts.

Das Projekt startete 2014/15 mit Video-Tagging Workshops und Seminaren an der Hochschule Düsseldorf, der Fachhochschule Münster und der CENTRO Universität Mexico City. Forschungsfelder waren der Hochschul-Campus und zwei zentrale, städtische Parkanlagen. Es nahmen Studierende aus den Bereichen Digitale Medien und Visuelle Kommunikation teil.

Die Video-Tagging App zeigt Videos, die über GPS mit einem Ort verknüpft werden, auf den sie Bezug nehmen. Betritt der Benutzer den Raum, öffnen...

Die Video-Tagging App zeigt Videos, die über GPS mit einem Ort verknüpft werden, auf den sie Bezug nehmen. Betritt der Benutzer den Raum, öffnen sich die Video- und Soundbeiträge. Statt eines Eintauchens in die digitale Welt, stehen hier Ort und Video in Beziehung zueinander. 
Mit Studierenden werden Möglichkeiten der Kommunikation im öffentlichen Raum entwickelt - das können politische Kommentare zur Stadtplanung sein, Zeitungsnotizen, historische Bilder, Performances, Umnutzungsvorschläge städtischen Mobiliars, das Verankern von Visionen einer anderen Stadt, einer anderen Natur oder Kultur, Porträts der Bewohner usw.

Im Bereich Bewegtbild ermöglicht das Forschungsprojekt Experimente mit der Transformation konservativer Filmformate in den Raum. Es sollen Videos...

Im Bereich Bewegtbild ermöglicht das Forschungsprojekt Experimente mit der Transformation konservativer Filmformate in den Raum. Es sollen Videos entstehen, in denen die eigene Perspektive in den Vordergrund rückt, die nicht leiten und verführen, sondern Fragen stellen und irritieren.

Video-Tagging Hofgarten Düsseldorf wurde zur Nacht der Wissenschaften im September 2015 und im Januar 2016 im Rahmen des Festivals „Temps d’images“, des Tanzhauses nrw, gezeigt. In diesem Zusammenhang luden Studierende zu Video- Spaziergängen im Hofgarten ein.

Alle Video-Tagging Projekte sind Teil des Forschungsprojektes "The Poeple's Smart Sculpture" - Co-funded by the Creative Europe Programme of the European Programme of the European Union - und werden gemeinsam mit dem Fachbereich Medien an der Hochschule Düsseldorf (Prof. Dr. Christian Geiger) durchgeführt. Die App wurde in Zusammenarbeit mit Michael Kutz und Martin Kutz entwickelt.